TIEFGANG, LEICHTIGKEIT UND EIN ABEND ZUM ABTAUCHENEs ist tatsächlich schon eine ganze Weile her, seit ich das letzte Mal im Theater sass oder mir ganz einfach jemanden auf einer Bühne angeschaut habe. Gestern war es endlich wieder einmal so weit. Gemeinsam mit meiner Partnerin ging es in die Chollerhalle nach Zug, um Uta Köbernick zu sehen. .Uta ist für mich dabei keine Unbekannte. Sie ist eine langjährige Kundin und ich durfte bereits einige Shootings mit ihr umsetzen – vor allem Pressebilder, aber auch das eine oder andere Programmbild. Und wer Uta kennt, weiss ohnehin, dass es schwierig ist, sie mit nur einer Berufsbezeichnung zu erwischen: Liedermacherin, Sängerin, Kabarettistin, Autorin … oder nennen wir sie einfach eine literarisch-musikalische Allzweckwaffe mit ziemlich eigenem Betriebssystem.
Was ich an ihr besonders mag, ist diese Mischung aus Tiefgang und herrlich unverkrampftem Blödsinn. Ein Gedanke kann einen gerade noch ziemlich nachdenklich machen – und ein paar Sekunden später lacht man über etwas, bei dem man sich kurz fragt, warum eigentlich. Genau diese Vielseitigkeit macht ihren Humor für mich so spannend. Kleine Bühne, grosse Nähe. Die Chollerhalle beziehungsweise das Foyer war dafür fast wie gemacht. Keine riesige Bühne, keine anonyme Masse, sondern eine überschaubare Anzahl Menschen und dadurch eine wunderbar intime Atmosphäre. Und irgendwie passte genau das zu diesem Abend. Uta spielte, sang, erzählte, las aus ihrem Buch und reagierte spontan auf Zwischenrufe aus dem Publikum. Man hatte nie das Gefühl, dass da einfach ein fertig geschnürtes Programm abgespult wird. Vielmehr entstand der Abend Stück für Stück direkt vor uns. Mal leise. Mal schräg. Mal überraschend. Und ziemlich oft sehr lustig. Gerade in diesem kleinen Rahmen spürte man, wie präsent sie auf der Bühne ist. Sie hört zu, nimmt Situationen auf und macht etwas daraus. Dadurch entsteht diese schöne Nähe zwischen Bühne und Publikum, bei der man irgendwann vergisst, dass man eigentlich Zuschauer ist. Ein kleiner Ausflug aus dem Alltag. Vielleicht ist genau das etwas, was gute Kleinkunst kann: Für ein paar Stunden verschwindet der Alltag ein bisschen im Hintergrund. Utas herzliche und gleichzeitig wunderbar eigenwillige Art nimmt einen mit in eine kleine Welt aus Musik, Sprache, Gedanken, Absurditäten und Humor. Man lacht – und manchmal bleibt zwischen zwei Lachern noch ein Gedanke hängen, den man mit nach Hause nimmt. Ein schöner Abend in Zug, eine tolle Location und vor allem die Freude, Uta wieder einmal nicht durch den Sucher meiner Kamera, sondern ganz entspannt aus dem Publikum heraus erleben zu dürfen. Ich freue mich schon aufs nächste Mal. Und bis dahin gibt es hier ein paar fotografische Eindrücke aus der Chollerhalle in Zug. Link zu Utas Website
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